Prof. Dr. Gerhard Wolf

Realistische Wissenschaftliche Rechtslehre

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Transdisziplinär zu klärende Grundfragen

Die Erforderlichkeit einer Einbeziehung transdisziplinärer, also außerhalb der Rechtswissenschaft liegender Probleme

Aus den Definition des Begriffs Rechtswissenschaft ergibt sich, dass zahlreiche, überaus komplexe Grundbegriffe einbezogen werden müssen, die außerhalb der Rechtswissenschaft liegen, insbesondere

  • die Erkenntnislehre (und damit die Wahrnehmungs- und Denklehre sowie die Realität, auf die sich Wahrnehmungen und Denken beziehen),
  • die Wissenschaftslehre und
  • die Verhaltenslehre, nämlich die Verhaltensweisen von Menschen, die rechtlich zu beurteilen sind.

Nur wenn diese Fragen geklärt sind, kann man Rechtswissenschaft betreiben und wissen, wie man dabei vorzugehen hat.


Methodischer Ansatz:
Wo anfangen?

  • „Erkenne Dich selbst“?

  • Die Schlüsselrolle der Wahrnehmungen

    Kant: „Dass alle menschliche Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, daran ist gar kein Zweifel“.(Andere Kant-Zitate verunklaren diese Feststellung)
  • Der sich daraus ergebende methodische Ansatz bei sich selbst: 'Ich'!

    Für die Verhaltenslehre (und auch in die Ethik) ist dieser Ansatz eine Selbstverständlichkeit - er gilt aber auch in der Erkenntnislehre: Von den Wahrnehmungen über das Denken bis hin zu (eigenen oder übernommenen) wissenschaftlichen Erkenntnissen finden alle Abläufe in meinem Kopf statt: "Mit dem Kopf eines anderen kann man nichts hinzulernen" (Kubanische Redewendung).

[Details]


'Ich'

  • Ich habe Wahrnehmungen
  • Ich habe Gedanken: „Es denkt in mir“ und „Ich denke nach“
  • Ich verhalte mich weitgehend unbewusst, kann mich aber bewusst zwischen Handeln und Unterlassen entscheiden

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Die mentale Konstruktion der Außenwelt durch das ‚Ich‘

  • Wahrnehmungsanalyse
  • Abstraktion
  • Merkmals- und Begriffsbildung
    • Gattungs-, Art- und Allgemeinbegriffe
  • Urteilen

Die realen Gegebenheiten

  • „Gibt es das alles oder nichts“?

  • Die einzelnen Entitäten

    • Konnexitäten, Relationen, Modalitäten usw.

    • Lehren über die Zusammenhänge (Kausalität relevant für Haftung, Veranlassung relevant für Täterschaft und Teilnahme), Verhältnisse, Eigenschaften, Zustände usw.

    • Lehren über Menschen (nicht: "die Menschen" bzw. "den Menschen")

Die Beurteilung der Realität nach dem Stand der Wissenschaft

  • Die Erforderlichkeit einer Absicherung der eigenen gedanklichen Konstruktionen

  • Die unvermeidliche Einbeziehung (kritisch zu überprüfender) wissenschaftlicher Lehren anderer

    • „Das Rad nicht immer wieder neu erfinden“
    • Die Unumgänglichkeit einer Spezialisierung

  • ‚Stand der Wissenschaft‘ und ‚Alltagstheorien‘

  • Die erforderliche Beschränkung auf eine Klärung der für die eigenen Tätigkeitsgebiete benötigten Fragen

    • im Alltag
    • in wissenschaftlichen Berufen

  • Die sich daraus ergebende „Patchwork-Wissenschaft“

Anforderungen, denen wissenschaftliche Erkenntnis der Realität genügen muss

  • Erkenntnislehre
  • Wissenschaftslehre

    • Wissenschaftliche Forschung
    • Hypothesenbildung
    • Logische, empirische, ggf. experimentelle Überprüfung der Hypothesen

  • Wissenschaftliche Erkenntnisse (Forschungsergebnisse)
  • Wissenschaftliche Beweise

Lehren über das Verhalten von Menschen

  • Was ist Verhalten?
  • Definition und Grundstrukturen
  • Unbewusstes Verhalten
  • Entscheiden
  • Handeln
  • Unterlassen

  • Wie verhalten sich die Menschen?
  • Angeborene Verhaltensweisen
  • Erlernte Verhaltensweisen, Gewohnheiten
  • Psychologische Erklärungen situationsbedingter Verhaltensweisen

Sprachlehre


Gesellschafts- und Kulturlehren

  • Geschichte
  • Soziologie
  • Politologie
  • Lehren über Kulturen
© 2018 | Prof. Dr. Gerhard Wolf, Europa Universität Viadrina    -   Letzte Änderung: 12.04.2018 TOP Seitenanfang