Prof. Dr. Gerhard Wolf

Themen und Ergebnisse meiner Arbeit

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Das Ziel, die Ergebnisse meiner strafrechtlichen Arbeiten unter Einbeziehung erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Vorfragen auszuformulieren und zu publizieren, lässt sich nur nach und nach umsetzen, von Tag zu Tag mit ständigen Korrekturen weiterentwickeln, letztlich ohnehin nur bruchstückhaft bewältigen:

 

 

Vieles, was man heute für gesichert hält, kann sich morgen als korrektur- oder ergänzungsbedürftig herausstellen. Vieles, was man heute als strafrechtliches Problem einstuft, erweist sich bei detaillierter Analyse als weit allgemeineres Problem - oder auch als irrelevant. Aktuelle Ereignisse, einzuarbeitende Neuerungen in Rechtsprechung und Literatur oder langfristig wirkende neue Entwicklungen erfordern ohnehin dynamische Publikationsmedien.

 

Diese Medien stehen mit ‚Online-Publikation‘ und ‚Print on Demand‘  inzwischen problemlos zur Verfügung. Ich versuche, beide Möglichkeiten zu nutzen.

 

 

Auch wenn es technisch keine Probleme mehr bereitet, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus zu publizieren, bleibt eine Mammutaufgabe:

Die Auswertung, Weiterführung und Publikation dessen, was sich im Laufe meiner Arbeit angesammelt hat, war parallel zum Lehrbetrieb jedenfalls bei meinem umfassenden Ansatz nicht druckreif zu bewältigen. Es gilt daher im jetzt „Ruhestand“ Berge von Skripten, Notizzetteln, Kopien und Büchern durchzuarbeiten, ein- und auszusortieren, Irrwege auszumerzen, Weiterentwicklungen einzubauen und daraus eine konsistente aktuelle Gesamtpublikation zu erstellen. Da das nicht von heute auf morgen „in einem großen Wurf“ gelingen kann, muss die Konsequenz sein, das weiterzugeben, was man im Moment hat (und es erforderlichenfalls möglichst schnell korrigieren bzw. zu ergänzen).

Obwohl das Grundgerüst meiner Lehren durch jahrzehntelange Arbeit sorgfältig vorbereitet ist und ich jetzt mit der Gesamtpublikation beginne, ist absehbar, dass sich noch weitreichende Veränderungen ergeben werden. Die stetige Korrektur meiner „Gesammelten Werke“ ist nach meiner Auffassung aber nicht mit dem Makel der Vorläufigkeit behaftet, sondern eine bisher ungenutzte Chance: „Vorläufig“ sind unsere Arbeitsergebnisse trotz allen Bemühens um wissenschaftliches Vorgehen ohnehin.

Ich habe keinerlei Scheu davor, auf diese Weise für Außenstehende sichtbar zu machen, dass der Aufbau eines solchen Gesamtkonzepts und dessen dynamische Aktualisierung Fehler mit sich bringt (und in Zukunft sicherlich weiter mit sich bringen wird): Fehler passieren und können online schnell ausgemerzt werden. Auch grundegende Fehlschläge und Irrwege sind unvermeidlich.

 

 

Das Vorgehen bei der Darstellung meiner Arbeitsergebnisse ist vergleichsweise einfach: Meine Konzeption sieht verschiedene Zugriffsmöglichkeiten auf denselben Stoff vor -  Online und Druck!

Der Grund für diese zweispurige Vorgehensweise liegt in den Unterschieden zwischen den beiden verfügbaren Medien:

  • Die Druckfassung ist linear, der Leser blättert von Seite zu Seite. Die Druckfassung muss vor allem aus Umfangsgründen auf viele Hintergrundinformationen verzichten, die mich zu meinen Auffassungen bewogen haben und eigentlich auch für den Leser von Interesse sein könnten. Der Buchdruck ist das gewohnte Medium, Register erleichtern die Suche, Lesefluss und -leichtigkeit haben gegenüber einer Bildschirmlektüre erhebliche Vorteile. Auch für den Autor erleichtert das vieles: Erst einmal ist mit dem "imprimatur" dieses Thema halbwegs erledigt.

  • Die Online-Publikation ist eine vernetzte Darstellung, die ein müheloses Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Themenbereichen bzw. -aspekten ermöglicht. Sie ist aktueller, eröffnet die Möglichkeit kurzfristiger Korrektur, insbesondere die sofortige Einarbeitung von Nutzerhinweisen u.v.a.m. Vor allem aber ermöglicht sie eine Darstellung der Gesamtstruktur, angefangen von der Frage, was Rechtswissenschaft ist, bis hin zu Detailfragen, aufgrund meines beruflichen Schwerpunkts vor allem des Strafrechts.

  • Den Vorteilen der Online-Publikation stehen spiegelbildliche Nachteile gegenüber: Was nicht mehr aktuell ist, ist nur noch schwer zu finden, es kann kaum noch mit einer einfachen Fundstellenangabe zitiert werden - und es ist teilweise schlicht ärgerlich, wenn ein "Link" nicht mehr funktioniert (für den Nutzer ebenso wie für den Autor). 

  • Die Online-Publikation eröffnet zusätzliche Chancen für die wissenschaftliche Diskussion: Damit ist kein "Blog" gemeint (der sich aufgrund des mit ihm verbundenen Aufwands wissenschaftlich seriös nicht betreiben lässt), sondern die bereits angedeutete Auswertung meiner Notizen. Ich stelle sie einfach auch unausgearbeitet mit der einfachen Möglichkeit eines e-mail-Feetbacks zur Debatte. Blaise Pascal hat diese  (von ihm selbst hervorgehoben: chaotischen, unsortierten) Gedanken als "pensees" veröffentlicht, Kurt Tucholsky hat das "Schnipsel" genannt. Der einfache Hintergrund ist jeweils, dass die spontanen Gedanken häufig gar nicht schlecht zu sein scheinen, aber erst einmal keine Zeit für die Ausarbeitung ist. Warum soll man die Überlegungen nicht auf dem Stand weitergeben, den man schaffen konnte? Dabei lässt sich zudem mit einem einfachen Link auf den jeweiligen Anlass klarstellen, worauf man sich bezieht - ohne das erst referieren zu müssen.

Beide Darstellungen haben also Vorteile, beide haben Nachteile. Was liegt näher als beide Medien nebeneinander anzubieten? Der Leser/Nutzer mag entscheiden, was ihm bei seiner Arbeit gerade mehr nützt. Als Autor versuche ich, die Nachteile der jeweiligen Publikationsform so weit wie möglich auszugleichen.

 

Die angestrebten Ziele sind also

  • die Online-Veröffentlichung der Gesamtkonzeption, aktueller Weiterentwicklungen, ergänzender Materialien und umfangreicherer Erläuterungen und
  • Druckwerke, die wichtige Bausteine meiner Lehren „handhabbar“ zusammenfassen.
© 2019 | Prof. Dr. Gerhard Wolf, Europa Universität Viadrina    -   Letzte Änderung: 11.02.2019 TOP Seitenanfang