Prof. Dr. Gerhard Wolf

Themen und Ergebnisse meiner Arbeit

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Die Schlüsselfragen zu meinen Arbeitsgebieten

 

Die zentralen Themen meiner Arbeit sind in der Bezeichnung meines früheren Lehrstuhls an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) zusammengefasst:


               „Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsinformatik“.


Um diese Themen wissenschaftlich bearbeiten zu können, muss man weit ausholen:


Jede wissenschaftliche Rechtslehre muss zunächst die Ausgangsfragen beantworten können:

  • Was ist 'Recht'?
  • Was ist 'Wissenschaft'?
  • Was also ist 'Rechtswissenschaft‘?

Bei der Suche nach verlässlichen Antworten auf diese Fragen ergeben sich Grundfragen der Erkenntnis- und Verhaltenslehre, in der traditionellen Terminologie führt das zur "Philosophie". Folgt man diesem Ansatz, eröffnen sich mit Ethik, Politik, Theologie u.v.a.m. weitere Themenfelder, die ihrerseits jeweils einen Abgrund von weiteren Fragen aufwerfen.


Für meine Fachgebiete kommen zahlreiche weitere Schlüsselfragen hinzu:

In der Strafrechtslehre liegen diese Fragen auf der Hand:

  • Was wissen wir vom Verbrechen? Gibt es Antworten auf „Das Rätsel Kriminalität“? ("Kriminologie")
  • Welchen Sinn hat es, von Staats wegen Strafen zu verhängen („Straftheorien“)?
  • Welche Taten sind strafbar („Formeller Verbrechensbegriff“)?
  • Welche Taten gehören bestraft („Materieller Verbrechensbegriff“)?
  • Lässt sich wissenschaftlich ermitteln, welche Bestrafung im Einzelfall angemessen ist („Strafzumessungsrecht“)
  • Ist das Maßregelrecht eine „zweite Spur“ oder eine Alternative zum Strafrecht?
  • Wie passen die vermögensrechtlichen Folgen einer Tat (Geldstrafe, aber auch: Bußgeld, Auflage, Vermögensstrafe, Einziehung, Verfall usw.) mit den "Strafrechtstheorien" zusammen?
  • Ist Strafvollzug "Resozialisierung" oder bloßes "Wegsperren"?


Im Strafprozessrecht sind die zentralen Fragen ebenso komplex:

  • Inwieweit dient ein Strafverfahren der Wahrheitsfindung, den Opfern und/oder der Sicherstellung rechtsstaatlicher Garantien gegenüber dem Täter?
  • Kommt es folglich ausschließlich auf die Ermittlung (und den Beweis) der Tatsachen sowie der gesetzlich vorgesehenen Rechtsfolgen an („Legalitätsprinzip“) oder geht es letztlich um „Verständigung“ und/oder ein effektives Verfahren („Opportunitätsprinzip“)?
  • Wie lassen sich Erwägungen zu rechtsstaatlichen Erfordernissen und Kosten-Nutzen-Überlegungen („kurzer Prozess“) in Einklang bringen?


In der Rechtsinformatik beginnen die Schwierigkeiten schon bei der Frage, worum es in diesem Fachgebiet überhaupt geht:

  • Handelt es sich um ein Teilgebiet der Informatik, um ein Teilgebiet der Rechtswissenschaft oder um beides?
  • Lassen sich juristische Arbeiten, zumal wenn man nach „Gerechtigkeit“ sucht, programmieren und damit automatisieren?
  • Werden sich rechtswissenschaftliche Probleme durch "Digialisierung" und "Künstliche Iintelligenz" in Zukunft leichter lösen lassen oder gar von selbst erledigen?

 

Alle genannen Fragen vollständig oder gar abschließend beantworten zu wollen, wäre offensichtlich vermessen.

Aber ohne ein Konzept für Antworten auf diese Schlüsselfragen lassen sich auch Detailprobleme nicht überzeugend lösen.


Wie also soll man bei der Suche vorgehen?

 

 

 

© 2019 | Prof. Dr. Gerhard Wolf, Europa Universität Viadrina    -   Letzte Änderung: 25.03.2019 TOP Seitenanfang