Prof. Dr. Gerhard Wolf

Themen und Ergebnisse meiner Arbeit

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Die von mir vertretene ‚Realistische Wissenschaftliche (Straf-)Rechtslehre‘  ist kein abgeschlossenes dogmatisches Lehrgebäude. Die Bezeichnung dient als plakatives Etikett, mit dem ich die Themen und Ergebnisse meiner Arbeiten und deren wesentliche Eckdaten zusammenfasse:

  • Es ist nicht eine „Lehre“, sondern es sind viele einzelne Lehren. Es geht um Antworten auf viele Einzelfragen, von denen sich jede einzelne bewähren, d.h. als richtig erweisen muss.
  • Mit dem Adjektiv ‚wissenschaftlich‘ wird die weitestgehende Ausklammerung aller bloß subjektiven Erwägungen (Meinungen, „Wahlurnenentscheidungen“) zum Ausdruck gebracht - die muss und kann jeder für sich selbst klären. Sie spielen in der Rechtslehre nur mittelbar bei Gesetzgebungsfragen de lege ferenda eine Rolle.
  • Mit dem Zusatz ‚realistisch‘ wird die erforderliche Abkehr von der idealistisch geprägten Philosophiegeschichte signalisiert. Für die Rechtswissenschaft bedeutet dies eine Rückkehr aus dem "Ideenhimmel" (v.Jhering) auf den Boden der Tatsachen.
  • Der Hinweis auf das Strafrecht deutet den Schwerpunkt meiner Arbeiten an. Die Einklammerung soll deutlich machen, dass das Strafrecht nur ein (untergeordneter) Baustein der Rechtslehre ist, also keineswegs in deren Mittelpunkt stehen kann.


Die grundlegende Weichenstellung ist die Wissenschaftslehre – von ihr hängt ab, inwieweit es sich bei der Rechtslehre überhaupt um ‚Wissenschaft‘ handelt.


Gegenstand der Rechtslehre ist die Beurteilung von realen Sachverhalten, und zwar nach den verbindlichen Maßstäben für das Zusammenleben von Menschen – das sind die Menschenrechte und die staatlichen Gesetze. Letztlich ist immer nur die Frage zu beantworten, ob ein bestimmtes einzelnes Verhalten eines Menschen mit diesen Maßstäben vereinbar („rechtmäßig“, d.h. ‚recht“, richtig) ist oder nicht.


In der Strafrechtslehre geht es ausschließlich um die Auslegung und Anwendung der geltenden Strafgesetze. Alle weiteren damit zusammenhängenden Fragen betreffen die Strafgesetzgebung, die man zwar nicht ausblenden und wissenschaftlich durchaus analysieren kann, aber für die man dem Parlament keine zwingenden Inhalte vorschreiben kann.

 

 

© 2019 | Prof. Dr. Gerhard Wolf, Europa Universität Viadrina    -   Letzte Änderung: 25.03.2019 TOP Seitenanfang