Einheit der Kriminalwissenschaften? Zum Verhältnis von Kriminologie und Strafrechtsdogmatik

Abstract

Strafrechtsdogmatik und Kriminologie erscheinen als „feindliche Schwe­stern“, deren Verhältnis vor allem aufgrund ihrer unterschiedlichen Beurteilung der „Willensfreiheit“ irreparabel zerrüttet ist: Ein gemeinsames Band zwischen Strafrechtsdogmatik und Krimi­nologie („Gesamte Strafrechtswissenschaft“) erscheint damit von vornherein ausge­schlos­sen.

Meine in einem FS-Beitrag dargelegte Konzeption, die mit der Auffassung des Jubilars ("wissenschaftlich Un-entschieden") im Ansatz weitgehend übereinstimmt, schlägt mit einer differenzierten Bejahung der Entscheidungsfreiheit einen anderen Weg ein, der positive Perspektiven für eine „Einheit der Kriminalwissenschaften“ eröffnet.