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Was ist Methodik? 

  • Was ist eine ‘Methode’? Warum “Methodik”?
  • Methodik und Sachlehren
  • “Eine Methodenlehre oder viele Methoden”?

Wissenschaftliche Methoden

  • Forschungsmethodik
    • Richtige Fragestellung?
    • Richtiger Ausgangspunkt?
    • Richtige Hypothese?
    • Beweise?
  • Lehrmethodik (Didaktik)
  • Argumentationsmethodik (Darstellungsregeln)
  • Diskursmethodik (Umgangsformen)

 

Juristische Methoden

Methodik der Fallbearbeitung

  • Die Falllösung als Prüfstein für jede Rechtslehre

Andere juristische Methoden

 

“Ein Jurist ist kein Vielwisser, sondern ein Methodiker!”
(Kurt Georg Kiesinger)
 

Der Schlüssel zu den Sachproblemen jeder Wissenschaftsdisziplin ist die Klärung der einfachen Frage, wie man die ungeachtet aller Spezialisierung unüberschaubare Vielzahl der Probleme "in den Griff bekommen" soll: Die Stofffülle, die zu einer Disziplin zusammengefasst wird, und die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zwingen dazu, zunächst einen “Weg” zu finden, auf dem sich die Probleme lösen lassen: Das ist die sprachliche Bedeutung  von “Methode” ([griech.] von “Met(a)-odos”: Weg, mit dem man zum Ziel gelangt). Bei der Suche nach der “zielführendenden” Vorgehensweise muss man vor allem drei Hürden überwinden:

  • Man muss ein “Pack-Ende” finden, obwohl es das nicht gibt:  In der Wissenschaft ist alles mit allem vernetzt.  Wo soll man in einem Netz anfangen? Aber irgendwo muss man anfangen…
  • Selbst wenn man den Anfang des Fadens wie auch immer findet - er ist nicht mehr als ein Ansatz zu einem Problemknäuel. Jede Frage führt zu einer Synapse, die zu x weiteren Fragen führt, für die jeweils dasselbe gilt. Jedes Thema ist ein in Potenzen wachsender gordischer Knoten …
  • Selbst wenn man eine sachliche Lösung gefunden hat oder gefunden zu haben meint, kann man nur einen kleinen Schritt weitergehen - sei es direkt zur nächsten Frage, sei es einen erforderlichen Umweg einschlagen, sei es einen Schritt zurück und auf einem anderen Weg weiter ("Kevelaer Springprozession"): Es ist ein Hin- und Her zwischen methodischem Fortschritt und sachlichem Fortschritt zu neuen Erkenntnissen, die neue Wege eröffnen …zu neuen Erkenntnissen, die neue Wege eröffnen …zu neuen Erkenntnissen, die neue Wege eröffnen … oder “Gehen Sie zurück auf Los …”

Die grundlegende “Teufelei” bei dem Versuch einer “Methodenlehre” liegt daher darin, dass es bei keinem Thema einen “Königsweg” gibt, auf dem man von einem klar bestimmten Ausgangspunkt linear Schritt für Schritt zum Ziel gelangt:  Schon die Ansatzpunkte, von denen die einzelnen Wissenschaftler ausgehen, stimmen nicht überein, die Ziele sind individuell verschieden und die Wege nicht durch eine “Natur der Sache” vorgezeichnet, sondern durch Subjektivismen geprägt ("Jede Jeck is anders"; “ich mach das jetzt einfach mal so …”, “das haben wir schon immer so gemacht”). 

Man kann Methodik daher nicht “lehren”, aber (immer-hin!) den sachbedingten Rahmen abstecken, einzelne Wege aufzeigen und Ratschläge aufgrund eigener Erfahrungen geben.