Rechtslehre

Eines der wichtigsten "Alleinstellungsmerkmale" der hier vorzulegenden Rechtslehre ist, dass sie sich nicht auf die schon von Kant kritisierte Gleichsetzung von 'Recht' und 'Gesetz' zurückzieht, sondern eine Antwort auf die von ihm prägnant herausgearbeitete Grundfrage gibt:

            "Was ist Recht"?

Die kurz und bündig formulierte Definition lautet:

‚Recht‘ ist eine zusammenfassende Bezeichnung für Beurteilungen, dass ein Verhalten eines Menschen

  • mit den natürlichen Eigenschaften der anderen Menschen (Menschenrechte) und
  • mit den verbindlichen Regelungen ihres Zusammenlebens (Verträge, Gesetze usw.)

vereinbar ist.

Diese Feststellung gilt für alle Rechtsfragen, und damit für alle rechtsgebietsübergreifenden oder fachspezifischen Lehren ebenso wie für die Lösung von Rechtsfällen. Die Grundfrage ist immer dieselbe: Ist das jeweilige Verhalten mit den für ein solches Verhalten verbindlich geltenden Maßstäben vereinbar oder nicht?

Dass 'Recht' danach nur "Beurteilung", also "Theorie" ist und Rechtsfragen schon in der Theorie, vor allem aber dann in der Praxis und Realität jeweils völlig unterschiedlich "gelöst" werden, ist nicht zu verkennen, schmälert den Wert einer Rechtslehre aber keineswegs:

     "Recht macht nichts - aber ohne Recht ist alle Macht nichts".

Über meine hier gegebene Antwort auf die Frage:  "Was ist Recht"? mag und sollte man diskutieren - aber darüber, dass es ohne eine solche Antwort (wie immer sie lautet) nicht geht, muss sich Einvernehmen erzielen lassen: Wer das anders sieht, muss jedenfalls seinerseits klarlegen:  Worüber reden wir in der Rechtslehre?