Nebengebiete zum Strafrecht

Unter ‚Nebengebiete‘ fasse ich Rechtsgebiete zusammen, die aufgrund andersartiger Rechtsfolgen außerhalb des Strafrechts liegen, aber an ähnliche Sachverhalte anknüpfen und daher strukturell und teilweise auch tatbestandlich weitgehende Parallelen zum Strafrecht aufweisen.

Im Einzelnen geht es vor allem um das Ordnungswidrigkeitenrecht und um Maßregeln der Besserung und Sicherung.

Darüber hinaus sind weitere Nebengebiete wie z.B. das Sozialhilferecht, insbesondere das Jugendhilferecht, oder das Betreuungsrecht, in umfassende Straf- und Präventionsüberlegungen gedanklich wie praktisch unabdingbar einzubeziehen. Der zutreffende Satz von Franz v.Liszt, dass Sozialpolitik die beste Kriminalprävention sei, ist hierfür Beleg genug.

Die Berücksichtigung der Nebengebiete führt vor allem zu der Erkenntnis, dass die strafrechtliche Ahndung einer Tat keineswegs die einzige Reaktionsmöglichkeit auf ein Fehlverhalten ist, so dass – abgesehen von der methodischen Unzulässigkeit – auch pragmatisch jedenfalls häufig keine Veranlassung besteht, die strafrechtliche Beurteilung im Hinblick auf das Ergebnis (nämlich andernfalls entstehende „unerträgliche Strafbarkeitslücken“) überzustrapazieren.