Wissenschaftlicher Steckbrief

Werdegang

1984 Promotion zum Dr. jur. an der Philipps-Universität in Marburg
Dissertation: „Strafe und Erziehung nach dem Jugendgerichtsgesetz“ (Marburg 1984)

1990 Habilitation an der Philipps-Universität Marburg
Habilitationsschrift: „Das System des Rechts der Strafverteidigung“ (Frankfurt [Oder] 2000).

Akademische Lehrer

Prof. Dr. Dieter Meurer (Doktor- und Habilitationsvater)
Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. Ernst Wolf (Vater),
Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Rechtsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg

Berufliche Tätigkeit

Von 1995 bis 2017 Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsinformatik an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder)

Sachliche Konzeption und Ziel

Realistische Wissenschaftliche Rechtslehren: Ontologisch begründete (Straf-)Rechtslehre und Falllösung:

Von Strafjuristen wird zu Recht erwartet, dass sie durch methodische Auslegung und begründete Anwendung der Gesetze Strafrechtsfälle lösen. Sie müssen also feststel- len, ob der Staat das Recht hat, gegen einen bestimmten Menschen wegen eines bestimmten unrechtmäßigen schuldhaften Verhaltens eine bestimmte Strafe zu ver- hängen. Dies ist streng gesetzmäßig in einem Strafprozess festzustellen. Die ge- setzmäßig ermittelte Strafe ist in der gesetzlich bestimmten Weise zu vollstrecken.

Das – und nichts anderes – sind folglich die Themen, die kriminalwissenschaftlich erforscht werden müssen. Die dabei erzielten Forschungsergebnisse müssen sich in der Lehre und bei der Vermittlung der Fähigkeit, sie praktisch umzusetzen, bewäh- ren.

Ich arbeite dementsprechend – ausgehend von dem Satz nulla poena sine lege – an einer umfassenden, gesetzesbezogenen, von allem angesammelten philosophi- schen, historischen, (kriminal-)politischen und sonstigen Ballast befreiten, realisti- schen und damit praxistauglichen wissenschaftlichen Strafrechtslehre. Die strikte Beachtung der geltenden Gesetze darf zwar nicht den Blick dafür verstellen, dass weitergehende, also transdisziplinäre Fragestellungen einbezogen werden müssen, soweit sie strafrechtlich relevant sind. Aber es geht immer nur um die Erkenntnis von realen, wissenschaftlich überprüfbaren Gegebenheiten. Insbesondere das Eintreten für irgendeine Kriminalpolitik ist keine Wissenschaft, sondern subjektiv und damit selbst bei Berufung auf wissenschaftliche Erkenntnisse letztlich beliebig. Dass auch diese Themen der Erörterung bedürfen ändert nichts an der Tatsache, dass es insoweit um „Ansichtssachen“ bzw. „Wahlurnenentscheidungen“ geht.

Das alles wird in der Strafrechtslehre seit geraumer Zeit völlig anders gesehen und gehandhabt. Daraus ist eine kaum überschaubare Vielzahl von teleologischen Lehr- gebäuden entstanden – inzwischen hat fast jeder sein eigenes, jeweils mit dem aus- schließlichen Anspruch der Wissenschaftlichkeit und damit der Allgemeinverbindlich- keit (selbst für den Gesetzgeber!) versehen. Ziel meiner Arbeit ist es, dieser Explosion von Meinungsspektren durch eine Beschränkung auf wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse eine Alternative entgegenzustellen.

Einordnung in die Diskussion

Kritische Distanz zu den herkömmlichen Lehren: "Geisterfahrer!"

Publikationskonzept

Eigenständige Online- und Druckkonzeption